Enterprise-Backup-, Recovery-, Verification-, Security- und Monitoring-Plattform fuer Proxmox VE, Windows, Linux und Dateisysteme. Der Leitsatz, der fast jede Entscheidung erklaert: Ein Backup gilt erst als vertrauenswuerdig, wenn Integritaet geprueft und Wiederherstellbarkeit nachgewiesen wurde. Deshalb steigt ein Wiederherstellungspunkt erst nach einem tatsaechlich durchgefuehrten Restore-Test auf "recoverable", und Unbekanntes geht in keine Bewertung als "gut" ein. Umfang (Phasen 0-23): - Repository Engine: inhaltsadressierte Bloecke, atomares Commit-Protokoll, Katalogaufbau allein aus den Manifesten — ohne Datenbank - Backup Engine: inhaltsabhaengiges Chunking, Deduplizierung trotz Verschluesselung, zstd, AES-256-GCM, Streaming mit Gegendruck - Agenten fuer Windows und Linux mit Auftragsabholung (Pull-Modell) - Proxmox-Provider mit beiden Zugriffswegen auf die Sicherungsarchive - Scheduler, Recovery Engine mit Pruefpunkt, Verification, Unveraenderlichkeit - Weboberflaeche, Kennzahlen, Meldungen, Berichte, Security Center, Ransomware-Heuristik (meldet, handelt nie) - Disaster Recovery, Haertung, Leistungsmessung, Chaos Testing - Eingefrorene Vertraege fuer API, Migrationen, Backup-Format und Repository - Auslieferungspaket fuer linux/amd64, linux/arm64 und windows/amd64 Nicht enthalten und als solches gekennzeichnet: Kapazitaetsprognose, Backup Copy, Changed Block Tracking bei Proxmox, erweiterte Attribute und ACLs. Gebaut, aber nie auf echter Hardware gefahren: der Windows-Dienst, die systemd-Einheit und der verpflichtende Proxmox-Meilenstein — ob eine wiederhergestellte VM startet, ist ungeprueft. Einzelheiten in CHANGELOG.md und docs/release-candidate.md. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
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Installation
Diese Anleitung führt von einem leeren Server zu einer Anlage, die sichert und wiederherstellt. Sie beschreibt den Serverteil; die Agenten stehen in agent-installation.md.
Voraussetzungen
| Betriebssystem | Linux (amd64 oder arm64). Der Server wird für Windows nicht ausgeliefert |
| PostgreSQL | 17 oder neuer, erreichbar vom Server |
| Speicher für das Repository | eigener Datenträger oder eigene Freigabe — nicht dasselbe Gerät wie die zu sichernden Daten |
| Reverse Proxy | optional, aber empfohlen, sofern der Dienst nicht selbst TLS bedient |
Das Repository gehört nicht auf denselben Datenträger wie die Quelle. Ein Datenträgerausfall nähme sonst Original und Sicherung gemeinsam mit. Das ist keine Feinheit der Einrichtung, sondern der Zweck der Übung.
1. Paket auspacken
tar -xzf syncova-<version>-linux-amd64.tar.gz
cd syncova-<version>-linux-amd64
# Prüfsummen des Inhalts kontrollieren
shasum -a 256 -c SHA256SUMS
./bin/syncova-api --version
Die Versionsabfrage braucht keine Konfiguration. Sie ist der schnellste Weg festzustellen, welche Fassung auf einem Server liegt.
Der Paketinhalt:
bin/ Programme
web/ Weboberfläche (statische Dateien)
migrations/ SQL-Migrationen zum Nachlesen (sie stecken zusätzlich in den Programmen)
docs/ diese Dokumentation
deployment/ Beispiel für die Entwicklungsumgebung und die systemd-Einheit des Agenten
2. Datenbank anlegen
CREATE USER syncova WITH PASSWORD '<starkes-passwort>';
CREATE DATABASE syncova OWNER syncova;
Syncova legt das Schema nicht beim Start an. Das ist Absicht: Ein Dienst, der beim Hochfahren stillschweigend das Schema ändert, macht aus einem versehentlichen Neustart eine Migration.
3. Verschlüsselungsschlüssel erzeugen
./bin/syncova-admin generate-key
Ausgegeben wird ein Wert der Form v1:<base64>.
Ohne diesen Schlüssel sind die abgelegten Geheimnisse verloren — MFA-Geheimnisse, Zugangsdaten der Virtualisierungsverbünde und die Datenschlüssel der Repositories. Er gehört an einen Ort außerhalb dieser Anlage: in einen Passwortspeicher oder einen Tresor. In ein Backup, das Syncova selbst erzeugt, gehört er ausdrücklich nicht — dann bräuchte man ihn, um an ihn heranzukommen.
4. Konfiguration
Syncova liest ausschließlich Umgebungsvariablen; eine Konfigurationsdatei gibt
es nicht. Alle tragen das Präfix SYNCOVA_.
# /etc/syncova/syncova.env — nur für root lesbar (chmod 0600)
SYNCOVA_ENV=production
SYNCOVA_DB_HOST=127.0.0.1
SYNCOVA_DB_PORT=5432
SYNCOVA_DB_NAME=syncova
SYNCOVA_DB_USER=syncova
SYNCOVA_DB_PASSWORD=<passwort>
SYNCOVA_DB_SSLMODE=require
SYNCOVA_ENCRYPTION_KEYS=v1:<base64-schluessel>
SYNCOVA_ENCRYPTION_CURRENT_KEY=v1
SYNCOVA_HTTP_LISTEN_ADDRESS=127.0.0.1:8080
SYNCOVA_LOG_LEVEL=info
SYNCOVA_LOG_FORMAT=json
Die wichtigsten weiteren Werte:
| Variable | Vorgabe | Wozu |
|---|---|---|
SYNCOVA_HTTP_TLS_CERT_FILE / _KEY_FILE |
leer | TLS im Dienst selbst. Nur eines von beiden zu setzen verweigert den Start — sonst liefe der Dienst im Klartext, obwohl der Betreiber Verschlüsselung eingerichtet zu haben glaubt |
SYNCOVA_HTTP_REQUESTS_PER_MINUTE |
600 | allgemeine Ratenbegrenzung |
SYNCOVA_AUTH_REQUIRE_MFA_FOR_PRIVILEGED_USERS |
false | zweiter Faktor für Konten mit Benutzer-, Rollen- oder Sicherheitsrechten |
SYNCOVA_RESTORE_ALLOWED_ROOTS |
leer | begrenzt Wiederherstellungsziele auf bestimmte Verzeichnisbäume |
Lauscht der Dienst ohne TLS auf allen Schnittstellen, warnt er beim Start in Großbuchstaben. Der Betrieb hinter einem Reverse Proxy ist der Normalfall und völlig in Ordnung — solange der Dienst dann nur lokal erreichbar ist.
5. Schema anlegen
set -a; . /etc/syncova/syncova.env; set +a
./bin/syncova-migrate up
./bin/syncova-migrate status
Passt das Schema später nicht zur Programmversion, verweigert syncova-api den
Start mit einer erklärenden Meldung. Das ist kein Schikane, sondern der Schutz
davor, dass eine neue Fassung auf ein altes Schema schreibt.
6. Ersten Administrator anlegen
SYNCOVA_ADMIN_PASSWORD='<passwort>' ./bin/syncova-admin create-admin --username admin
Es gibt kein Standardkonto im Programm. Ein ausgeliefertes Kennwort wäre bekannt, sobald es einmal jemand nachschlägt.
Das Kommando legt nur den ersten Administrator an; danach entstehen weitere Konten über die Oberfläche oder die API.
7. Dienst einrichten
# /etc/systemd/system/syncova-api.service
[Unit]
Description=Syncova Control Plane
After=network-online.target postgresql.service
Wants=network-online.target
[Service]
Type=simple
User=syncova
Group=syncova
EnvironmentFile=/etc/syncova/syncova.env
ExecStart=/opt/syncova/bin/syncova-api
Restart=on-failure
RestartSec=5
# Härtung: Der Dienst braucht Netz und sein Repository, sonst nichts.
NoNewPrivileges=yes
PrivateTmp=yes
ProtectSystem=strict
ProtectHome=yes
ReadWritePaths=/srv/syncova-repository
ProtectKernelTunables=yes
ProtectKernelModules=yes
ProtectControlGroups=yes
RestrictSUIDSGID=yes
RestrictAddressFamilies=AF_INET AF_INET6 AF_UNIX
MemoryDenyWriteExecute=yes
[Install]
WantedBy=multi-user.target
AF_UNIX gehört in die Liste: Mit systemd-resolved läuft die Namensauflösung
über einen Unix-Socket. Ohne diesen Eintrag findet der Dienst seine Datenbank
nicht und meldet einen Netzfehler, während das Netz einwandfrei arbeitet.
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl enable --now syncova-api
curl -s http://127.0.0.1:8080/health/ready
8. Oberfläche ausliefern
Die Oberfläche ist ein Satz statischer Dateien unter web/. Sie braucht einen
SPA-Fallback, sonst ergibt ein Neuladen auf /recovery-points einen 404:
server {
listen 443 ssl;
server_name syncova.example;
root /opt/syncova/web;
location / {
try_files $uri /index.html;
}
location /api/ {
proxy_pass http://127.0.0.1:8080;
proxy_set_header Host $host;
}
}
9. Erstes Repository
Ein Repository entsteht auf einem Datenträger, nicht in einer Datenbankzeile:
sudo install -d -o syncova -g syncova -m 0700 /srv/syncova-repository
sudo -u syncova ./bin/syncova-repo create \
--path /srv/syncova-repository --name "Hauptziel" --hardened
--hardened setzt den Aufbewahrungsschutz: Manifeste, Blöcke, Schutzvermerke,
Descriptor und Datenschlüssel bekommen das Unveränderlich-Kennzeichen des
Dateisystems. Ein so angelegtes Repository lässt sich nicht mit rm -rf
entfernen — auch nicht von root, ohne den Schutz vorher aufzuheben.
Danach wird es in der Control Plane eingetragen:
curl -X POST https://syncova.example/api/v1/repositories \
-H "Authorization: Bearer <token>" -H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"name":"Hauptziel","location":"/srv/syncova-repository"}'
Der Endpunkt legt nichts an, sondern übernimmt: Er öffnet das vorhandene Repository und liest dessen Kennung aus dem Descriptor. Liegt dort keines, lehnt er ab, statt einen Eintrag ohne Ablage dahinter zu erzeugen.
Anschließend die Durchsetzungsstufe messen — sie wird gemessen, nicht behauptet:
curl -X POST https://syncova.example/api/v1/repositories/<id>/enforcement/measure \
-H "Authorization: Bearer <token>"
10. Erster Auftrag
Über die Oberfläche (Backup-Assistent, zehn Schritte) oder die API:
curl -X POST https://syncova.example/api/v1/jobs \
-H "Authorization: Bearer <token>" -H 'Content-Type: application/json' \
-H "Idempotency-Key: $(uuidgen)" -d '{
"name": "Dateiserver täglich",
"repository_id": "<repository>",
"schedule": {"type": "daily", "time": "02:00", "time_zone": "Europe/Berlin"},
"sources": [{"type": "filesystem", "id": "/srv/daten", "name": "Daten"}]
}'
Ohne Zeitzone rechnet der Server in UTC, nicht in der Ortszeit des Servers. Sonst liefe dieselbe Konfiguration auf zwei Servern zu verschiedenen Zeiten.
11. Der Schritt, den die meisten auslassen
# Eine Wiederherstellung durchführen, bevor man sie braucht
curl -X POST https://syncova.example/api/v1/verification \
-H "Authorization: Bearer <token>" -H 'Content-Type: application/json' \
-d '{"backup_id":"<id>","verification_type":"restore_test"}'
Erst danach steigt ein Wiederherstellungspunkt auf recoverable. Alles davor
ist ein Indiz, kein Nachweis.
Aktualisierung auf eine neue Fassung
# 1. Datenbank sichern — ein Rollback ersetzt keine Sicherung
pg_dump -Fc syncova > syncova-vor-update.dump
# 2. Dienst anhalten
sudo systemctl stop syncova-api
# 3. Programme austauschen
sudo tar -xzf syncova-<neu>-linux-amd64.tar.gz -C /opt/syncova --strip-components=1
# 4. Migrationen anwenden
sudo -u syncova /opt/syncova/bin/syncova-migrate up
# 5. Starten und nachsehen
sudo systemctl start syncova-api
curl -s http://127.0.0.1:8080/health/ready
Reihenfolge einhalten: Die Migrationen laufen mit dem neuen Programm, und der Dienst startet erst danach. Läuft er noch, während sich das Schema ändert, arbeitet er auf einem Stand, den er nicht kennt.
Geht etwas schief: syncova-migrate down nimmt genau eine Migration zurück
und verlangt in der Produktion SYNCOVA_MIGRATE_CONFIRM_DOWN=yes. Daten in
Tabellen, die es vorher nicht gab, sind danach weg — deshalb Schritt 1.
Was nach der Installation zu tun bleibt
- Zweiten Faktor einrichten, mindestens für alle Konten mit Löschrecht.
- Benachrichtigungsweg einrichten, sonst erfährt niemand von einem Ausfall.
syncova-dr exportregelmäßig laufen lassen — die Konfigurationssicherung im Repository ist das, was nach einem Totalverlust des Servers übrig bleibt.- Den Verschlüsselungsschlüssel außerhalb der Anlage hinterlegen.